Französische Luft für die Abschlussklasse
Von Herbert Lippenberger
LYON - In der dritten Märzwoche fuhr die Abschlussklasse des SBW EuregioGymnasiums zu ihrer letzten Bildungsreise nach Lyon. Nach vielen Jahren besuchte endlich wieder eine Lerngruppe die wunderschöne und selbstbewusste Stadt am Zusammenfluss von Rhone und Saône.
Lyons Geschichte geht zurück auf die Kelten, den Galliern, die bis zur Eroberung durch die Römer in Lyon schon städtische Strukturen entwickelt hatten. Der Besuch des römischen Amphitheaters auf dem Hügel Fourviére hat hierzu den notwendigen Eindruck gegeben.
Die Stadt ist jedoch auch die Heimatstadt der Erfinder des Films. Das eindrückliche und persönlich gestaltete Musee Lumière zeigt die Geschichte des Films – und der Zufall wollte es, dass wir just an dem Tag im Museum waren, als sich der Drehtermin des berühmten erste Films «Die Arbeiter verlassen die Fabrik» aus dem März 1895 jährte. Es gab ein schönes Spektakel hierzu, jede/r der wollte, konnte gleichfalls das nachgebaute Fabriktor durchlaufen und wurde dabei gefilmt.
Der lange und sehr informative Spaziergang zur Cité Université mit Berthold Mader von der INSA durch den Park Tete d’Or zeigte uns, dass Lyon ein wichtiges Bildungszentrum für Frankreich ist. Hunderttausende Studierende lernen und arbeiten in der Stadt.
Der Besuch im Guignol-Theater war aber gewiss der emotionale Höhepunkt. Guignol, eine Lyoneser Marionettenfigur aus dem 19. Jahrhundert, flog zum Mond und traf dort auf den traurigen Gott, der seine Welt als sinnlos betrachtete. Giugnol brachte ihm aber Lyoneser Spezialitäten in einem Körbchen mit, und damit waren die Welt und Gott wieder gerettet! Ein schöner Beweis für den Stolz der Lyoner auf ihre Stadt – die sich gewiss nicht hinter Paris verstecken muss.
Der Besuch eines Folk-Techno-Konzerts in der von Jean Nouvel erneuerten Opera war gleichfalls spannend – tief im Keller des modernisierten Opernhauses konnten die, die wollten, zu tollen Techno-Beats auf der Bühne tanzen.
Lyon blickt nach Süden – öffnet den Blick zum Mittelmeer, der Wiege Europas. Ein schönes Schlussbild für unsere Maturanden/innen auf dem Weg hinaus in die trotz allem hartnäckig schöne Welt.